01.06.2009

Erneuerbare Energien sichern Arbeitsplätze und bringen Geld in die Region

"Die richtige Krise kommt erst noch." Diese Aussage eines Leutkircher Handwerkers deutet auf eine vermutlich nüchterne Einschätzung: Nach der Bundestagswahl im September werden vor allem größere Unternehmen in großem Stil Arbeitskräfte entlassen. Umso wichtiger, sich schon jetzt für mehr Arbeitsplätze vor Ort stark zu machen. Zum Beispiel für Stellen im Bereich erneuerbare Energien. Dafür setzt sich die "Unabhängige Offene Liste" (UOL) ein.

Wind, Wasser. Sonne, Energie aus Pflanzen. Sie bestärken in Deutschland eine erstaunlich wachsende Branche. Weit über 200.000 neue Arbeitsplätze hat sie in den letzten 15 Jahren geschaffen. Tendenz: Steigend. Die "Krise" findet weitgehend woanders statt. Erfreulich daran: Auch der Mittelstand profitiert davon. Julian Aicher, Betreiber des Kleinwasserkraftwerks Rotismühle, Pressesprecher im Vorstand der "Arbeitsgemeinschaft Wasserkraftwerke Baden-Württemberg eV" und Kandidat der "Unabhängigen Offenen Liste" (UOL) weiß etwa von einem mittelständischen Elektriker-Betrieb im Umkreis von 10 km um Leutkirch, der bisher händeringend Fachkräfte suchte. Das Unternehmen baut unter anderem Sonnenstrom-Kraftwerke und verbessert Steuerungen von Wasserkraftanlagen.

Aicher weist auch auf Aufträge für weitere Betriebe hin, die selbst gar nicht zur Kern-Branche der Erneuerbare-Energien zählen - und trotzdem daran mit verdienen.So habe ein Leutkircher Folien-Fachunternehmen Abdeckungen für Biogasanlagen ausgeliefert. Nicht zu unterschätzen sei auch die Bestands-Bau-Sanierung für weniger Energieverbrauch und stärkere Nutzung erneuerbarer Energien. In Süddeutschland erlaubten zum Beispiel Heißwasser-Kollektoren auf dem Dach, von Mai bis zum Oktober die Heizung in Einfamilienhäusern komplett abgeschaltet zu lassen - und damit rund 40% des Heizbedarfs zu vermeiden. Nicht zuletzt könne der Bau neuer Wassertriebwerke - oft an bestehenden Stauwehren - Tausende von Arbeitsplätzen im Bau- und Elektro-Installationsgewerbe im Land sichern. Voraussetzung: Viel schnellere Genehmigungen. Dass dies funktionieren könne, habe die Gemeinde Bad-Hindelang vorgemacht. Dort sei aus zwei alten Kraftwerken ein neues, ertrags-stärkeres in nur einem Jahr Planung und Bau entstanden.

Aicher betont: "Rezessionen bekämpft man mit Regenerativ-Energien". Als Beweis nennt er den "new deal" des früheren US-Präsidenten Franklin Delano Roosevelt. Zu Beginn seiner Amtszeit (1933-1945) habe Roosevelt am hochwasser-reichen Tennessee-Fluss Dämme, Stauwehre und darin Turbinen einbauen lassen. Das brachte Tausende von Arbeitsstellen. Ähnliche, wenn auch kleinere Vorhaben, seien jetzt an der Unteren Iller zur Genehmigung beantragt. An alten Stauwehren, mit neuen Fisch-Umgehungs-Bächen. Das sorge außerdem für sauberen Strom aus der Heimat, mache sowohl vom Gas-Präsidenten als auch vom Ölscheich unabhängiger, halte das Geld im Land und geschehe, ohne ein Gramm des Klimagases Kohlendioxid, Stickstoff, Schwefel oder Stäube in die Luft zu blasen. Nicht umsonst rufe die UNO deshalb jetzt zum "green new deal" auf und Barrack Obama erwähne immer wieder seinen frühen Vorgänger Roosevelt.

Mehr dazu im Interview auf der Kandidaten-Seite von Julian Aicher