18.03.2014

Pro Krankenhaus Leutkirch existiert weiter

Förderverein erinnert Landrat an seine Zusagen – Groseker, Hösch, Miller-Weber und Wolber im Amt bestätigt

LEUTKIRCH - Der Förderverein „Pro Krankenhaus Leutkirch“ wird weiter bestehen – auch wenn es hier seit einem Jahr kein Krankenhaus mehr gibt. Dennoch sei er wichtig für die Stadt, wie Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle am Montag auf der Hauptversammlung des Vereins sagte: „Was Sie machen, wird wahrgenommen.“ Der Verein trage, so Henle, dazu bei, dass im Landratsamt registriert werde: Das Krankenhaus ist noch immer Thema in Leutkirch.

Zuvor hatte Henle darauf verwiesen, dass die Gesundheitsversorgung nach der Schließung des Krankenhauses in Leutkirch deutlich schlechter geworden sei. Nach Angaben von etlichen Leutkircher Patienten sei das Krankenhaus in Wangen, wie vorhergesagt, nicht in der Lage, alle Patienten schnell aufzunehmen. Dasselbe gelte auch für Memmingen. Zugleich sei durch die Krankenhausschließung das Defizit der OSK keineswegs beseitigt worden. Trotzdem sei nicht daran zu denken, dass Leutkirch wieder Krankenhaus-Standort werde, zumal im Land die kleinen Krankenhäuser von der Schließung bedroht seien.

Haus der Altersmedizin geplant 
Henle ist allerdings „hoffnungsfroh“, wie er sagte, dass Leutkirch eine krankenhausähnliche Einrichtung im nun zum großen Teil leer stehenden Gebäude an der Ottmannshofer Straße bekommen kann. Der OB berichtete von seinen Bemühungen, dort ein Haus der Altersmedizin zu etablieren, für das ein „Riesenbedarf“ bestehe. Dabei wurde er unterstützt von den Abgeordneten der Region im Landtag und im Bundestag. Im Gesundheitsministerium habe er die Zusage bekommen, einen entsprechenden Modellversuch in Leutkirch zu verwirklichen. Das sei zwar „noch nichts Belastbares“, aber sowohl Bund wie Landkreis sähen sich in der Pflicht, aktiv zu werden. Er verwies auf den Kreistagsbeschluss, wonach in Leutkirch eine Einrichtung für Altersmedizin etabliert werden soll.

Solche altersmedizinischen Einrichtungen gibt es schon, beispielsweise in Sonthofen oder in Schruns. Zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Paul Locherer hat Henle sie besucht, musste allerdings feststellen, dass deren Finanzierung in Baden-Württemberg so nicht möglich ist. Denn vor allem die Finanzierung ist das Problem. „Erfahrene, kompetente Partner“, die eine solche Einrichtung betreiben würden, haben Henle und Locherer schon gefunden. Er gab sich optimistisch: „Ich bin überzeugt, dass wir was hinbekommen.“ In der Diskussion wurde dann der Wunsch nach einer Hospizgruppe zusätzlich zur Altersmedizin geäußert. Als Beispiel wurde Wangen genannt. Auch die besondere Verantwortung von Landrat Widmaier wurde in der Diskussion mehrfach betont. Dieser hatte den Leutkirchern bei der Bürgerbeteiligung zur Krankenhausschließung mehrmals zugesagt, dass „alles gut werde“ und er sich persönlich um die Belange der älteren Menschen in Leutkirch kümmern werde. Davon sei nichts zu spüren. Die Anwesenden waren sich einig, den Landrat zur nächsten Versammlung einzuladen und persönlich mit ihm über das weitere Vorgehen und die Erfüllung der Zusagen zu sprechen.

Die Vorstandsmitglieder Ruth Groseker, Bernhard Hösch, Rosemarie Miller-Weber und Claus Wolber wurden ohne Debatte einstimmig entlastet und einstimmig wiedergewählt. Der Förderverein soll, das wurde ebenso einstimmig beschlossen, weiter bestehen.

(erschienen in der Schwäbischen Zeitung vom 18.03.2014)