20.03.2014

UOL wird „Die Unabhängigen“ – Elke Rehwald und Burkhard Zorn wechseln die Lager

Hösch, Trieloff und Zorn hören auf

LEUTKIRCH - Die Unabhängige offene Liste Leutkirch (UOL) ist Geschichte. Vielmehr tritt die Gruppierung unter dem neuen Namen „Die Unabhängigen – sozial, engagiert, offen“ am 25. Mai bei der Gemeinderatswahl an.
 
Dann jedoch ohne den bisherigen Fraktionschef Bernhard Hösch. Er steht nach zehn Jahren Tätigkeit im Gremium aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. Und auch Manfred Trieloff sagt der Ratsarbeit aus zeitlichen Gründen ade.
 
Bei der Rekrutierung neuer Gesichter ist den Unabhängigen dagegen ein kommunalpolitischer Schachzug gelungen: Elke Rehwald wechselt vom Bürgerforum Abel und Burkhard Zorn von der Leutkircher Liste zu den Unabhängigen. Er sagt jedoch dem Rat adieu. Mit Walter Binder soll ein eher im grünen Lager anzusiedelnder Kandidat die neue Gruppierung politisch bereichern.
 
Wie Günther Falter, Bernhard Hösch, Jörg Kuon und Bernd Schosser im Vorfeld der Nominierungsversammlung im Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung Leutkirch mitteilten, sei das klare Ziel der Unabhängigen, im Verhältnis ähnlich stark im neuen Ratsgremium vertreten zu sein wie bisher die UOL. Will heißen: Bei zukünftig 26 Mitgliedern sollten dann fünf Unabhängige die Gunst der Wähler erhalten haben.
 
Stadtqualität verbessern
„Eher die soziale Richtung“, so Hösch, deckten auch die Unabhängigen in Zukunft ab. Wobei ein starker Fokus auf der „Stadtentwicklung en détail“ liegen werde. Beispielsweise habe der im vergangenen Jahr von der UOL ausgegebene Fragebogen, den rund 500 Bürger beantwortet hatten, deutlich gezeigt, dass die „Stadtqualität“ verbessert werden müsse.
 
Insbesondere gehe es darum, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen, Leerstände zu minimieren und Leutkirch anhand eines Innenstadtkonzepts für „Ladenbetreiber attraktiv“ zu machen. Auch Hauseigentümer in der Innenstadt gelte es zu unterstützen. Hierzu wollen die Unabhängigen die Altstadtsatzung genauer unter die Lupe nehmen.
 
Ein Auge werfe die neue Gruppierung zukünftig auch auf den Verkehr in der Marktstraße, versprachen die vier Vertreter. Beispielsweise könne die Innenstadt – mit entsprechender Sonderregelung für Anwohner und Lieferanten – ab dem Standkonzert am Freitagabend komplett bis nach dem Wochenmarkt am Montag für Autos gesperrt werden, eröffneten die vier den Wahlkampfreigen.
 
Was die Verkehrsentwicklung der Stadt betrifft, so erachteten die Unabhängigen die Aufstellung des Lärmaktionsplans für gut. Wenngleich man „nicht immer gleich mit der großen Südspange“ kommen müsse. Vielmehr sei in dieser Sache angebracht, realistisch zu bleiben. Zwar müsse Bauland entwickelt werden, eine großzügige Südumfahrung sei jedoch nicht in zehn bis 15 Jahren zu realisieren. „Genau hinschauen“ und eine „ordentliche Lösung“ finden wollen die Unabhängigen deshalb in Zusammenhang mit dem Verkehrsaufkommen aufgrund der Kapazitätserweiterung der Firma Milei.
 
Zur „nachhaltigen, sozialen Stadt Leutkirch“ soll sich nach Ansicht der neuen Gruppierung die Große Kreisstadt entwickeln. Tatkräftig unterstützt würden deshalb in Zukunft die neue Kinder-, Jugend- und Familienbeauftragte sowie der Behindertenbeirat. Auch bei der „spannenden Entwicklung des Schul- und Kindergartenstandorts Leutkirch“ wollen die Unabhängigen ein gewichtiges Wörtchen mitreden. Und, „der Bürger muss beteiligt sein“, so Hösch. „Das I-Tüpfelchen wäre noch die Finanzierung des Center Parcs.“
 
Folgende Pesonen wurden nominiert: Elke Rehwald, Günther Falter, Oliver Gegenbauer, Jörg Kuon, Bernd Schosser, Julian Aicher, Walter Binder, Waldemar Blüm, Nina, Corsepius, Marcus John, Tezer Leblebici, Jens Loleit, Simone Mack, Claudia Maier, Werner Maurer, Sybille Meßmer, Christian Rehwald, Alexander Schmid, Daniela Schulte, Margarete Stadtmüller-Harr, Sibel Uzunca, Michael Waizenegger, Simon Weiß, Martin Wöhr, Mathias Wolf und Johannes Zorn.

(erschienen in der Schwäbischen Zeitung vom 20.03.2014)