28.05.2009

Agrar-Energie stärkt Bauernhöfe

Milchpreis-Verfall. Not an vielen bäuerlichen Betrieben. Energie direkt vom Hof kann Zusatzeinkommen schaffen. Darauf  macht jetzt Julian Aicher, Kandidat der "Unabhängigen Offenen Liste" aufmerksam. Und nennt auch gleich eine bäuerliche Biogas-Anlage ganz in der Nähe: Hof Waizenegger in Straß Legau (Richtung Altusried). Der Biobetrieb feiert am Pfingstsonntag, 31. Mai ein öffentliches Hoffest. Mit Rutschfahrt, Reiten und anderem Kinderprogrammen samt Streichelstall und allerhand Schmackhaftem.

 

"Gegen Agrarenergie wird leider oft unsachlich geschimpft", meint Julian Aicher. Der 51jährige Energie-Experte - selbst Betreiber des Kleinwasserkraftwerks Rotismühle - gab jetzt für die Internetseite der "Unabhängigen offenen Liste" (UOL) ein ausführliches Interview. Es komme zwar  "an manchen Biogasanlagen vor", dass Mais von weiter her dorthin gefahren werde. Wer sich aber dagegen ausspreche, müsse sich fragen lassen, ob dann nicht Anliefer-Verkehr grundsätzlich verboten werden solle. Aicher betont dagegen zur Biogas-Technik im Allgäu: "Es müssen nicht immer Großbetriebe mit kilometerweitem Mais-Bedarf sein." Die Familie Waizenegger bei Legau bringe zum Beispiel in ihre Biogas-Gährgrube nur Gülle und Futterreste vom Hof selbst samt etwas Rasen-Schnitt aus der Nachbarschaft ein. Nicht nur beim Hof-Fest am Sonntag könne man dort feststellen, dass die Waizeneggers damit zu frieden seien.

 

Biogas gilt derweil nicht als einzige Quelle für Agar-Energie. Aicher selbst fährt seit 2001 seinen umgerüsteten VW-Golf meistens mit Rapsöl aus der Region. Was dann noch von der Frucht übrig bleibe, diene als Viehfutter: "Rapskuchen". Weitere Reste der Pflanze nutzten schließlich mit ihren Wurzeln als Dünger der nächsten Fruchtfolge; etwa Getreide.  Rapsöl - eine regenerative, erneuerbare Energie.

 

Aicher berichtet in dem Interview auf der Internetseite der "Unabhängigen Offenen Liste" (UOL), auf Boden der Gemeinden Illerbeuren-Kronburg, Lautrach und Legau entstehe doppelt so viel Strom aus erneuerbaren Energiequellen, wie in den Orten selbst verbraucht werde. Aufgrund dieser Fakten meint der UOL-Kandidat: "Wenn sich 6.000 Leute samt Gewerbe im nahen Illerwinkel aus dem eigenen Bereich mit sauberem Strom versorgen können, dann frage ich mich: Warum sollen’s die 20.000 nebenan in der ‘Großen Kreisstadt’ nicht bald auch tun?" Dabei kann Aicher auf Äußerungen von Wissenschaftlern verweisen - zum Beispiel von Professor Klaus Pfeilsticker (Heidelberg/Isny) über Potenziale im Altkreis Wangen.

 

Die Aichers selbst haben es in der Rotismühle schon mal umgesetzt. Dann "Niedrigenerige-Standard" beim Hausbau 2004/2005 samt Kleinwasserkraftwerk daneben und Photovoltaikanlage auf dem Dach werden dort mehr erneuerbare Energien gewonnen, als das Gebäude selbst verbraucht. Für die Solarzellen auf den Dachschägen zahlten die Aichers nichts. Sie vermieteten die Dachfläche. So könnten andere Haushalte mit Sonnenenergie ähnlich Geld verdienen. Das stärke die hiesige Wirtschaft. Denn, so Aicher im Interview: "Rezessionen bekämpft man erfolgreich mit Regenerativenergien."